Mittwoch, 30. Oktober 2013

Die Leiden des jungen Werthers

Brief des 12. Aug Seite 47-53

Zitat S. 48 Z. 21-31: (Was soll's? versezt er ungedultig. Ich kann mir nicht vorstellen, ... Hättet ihr das, ihr würdet nicht so eilfertig mit euren Urteilen seyn.)
Die Leiden des jungen Werthers

Albert und Werther haben eine hitzige Diskussion über den Gedanken sich selbst das Leben zu nehmen. Werther hat sich lediglich eine Waffe an die Stirn gehalten und schon haben die Alarmglocken bei Albert geläutet. Er kann es nicht nachvollziehen, wie jemand so "thörigt" sein kann Selbstmord zu begehen. 
Warum muss immer alles gleich in gut und schlecht, vernünftig und dumm eingeteilt werden? 
Das ist eine Aussage Werther's die mich angesprochen hat. Viele denken, dass Selbstmord, Suizid, Freitod oder wie auch immer man es ausdrücken will, schlecht und ethisch fragwürdig ist. Doch Werther's Erklärung, dass Liebe eine Krankheit ist und das es einem vom Leiden befreit, bringt mich zum nachdenken. 
Ist es in Ordnung, Sterbehilfe anzunehmen, damit man ohne grosses Leid von der Welt scheiden kann, aber wenn man sich umbringt, um nicht an Liebeskummer zu leiden, "thörigt"? 
Jeder hat eine andere Meinung, wenn es um Selbstmord geht und es ist auch kein einfaches Thema, aber man sollte erst versuchen anzuhören, warum es jemand tut und erst dann sollte man urteilen. Ich kann es verstehen, wenn man keinen anderen Ausweg sieht. Wenn man sich an niemanden wenden kann. 
In der Zeitung stehen Artikel, wie zum Beispiel, er wählte den Freitod, weil er Depressiv war und keinen anderen Ausweg mehr sah. Es wird schön geredet. Doch kann man Liebeskummer vergleichen mit Depressionen? Meiner Meinung nach ja. Die Symptome sind die gleichen. Stetige Traurigkeit, Selbstzweifel, keine Hoffnungen. Ob Tabletten helfen weiss ich nicht. Ob der Tod hilft weiss ich auch nicht. Jeder Mensch sollte an etwas glauben. An ein besseres Leben nach dem Tod zu glauben hilft beim Suizid enorm. Viele glauben aber an die Hölle wenn man sich selber umbringt. 
In Werther's Fall kann ich ihn besser verstehen, als Albert. Albert hat einfach keinen Grund. Er ist glücklich und zufrieden. Er kann es sich nicht vorstellen, dass jemand so unglücklich sein kann. Man muss es erst selbst gefühlt haben, dass man Werther's Gedanken nachvollziehen kann.